Ich liebe sie! 
Ich liebe diese großen, seelenbewegten, kleinen Geschichten, die Betonpfeiler, manchmal auch Hauswände, mir zu erzählen wissen.

Und das so ein kaltes Stück Stein, soviel, so unendlich viel, Wärme in sich tragen, und auch weitergeben kann an den, den es betrifft. 

Kann! Kann, ist das Schlüsselwort. 

Denn, wie sicher ist es schon, dass der Adressat diese, meist mit Herzblut, nicht selten aus schierer Verzweiflung, verfassten und niedergeschriebenen Worte, auch zu lesen bekommt…

Und dann, an einem Sonntag wie diesem, spätvormittags , steige ich aus einem Auto. 

Von Hunderten freien Plätzen im Parkhaus zufällig genau vor exakt diesem einen geparkt, an dessen Platzpfeiler die Momentaufnahme aus dem Leben eines anderen, eines für mich fremden Menschen, sichtbar wird. 

Ich lese die Worte, in den nur wenigen Zeilen.  – und in der, nur kurzen, dafür benötigten Zeit, beschenkt mich ein Mensch. Beschenkt mich mit seinem Hoffen, seinem Fühlen. Mit seinen Sehnsüchten, seinen Ängsten, mit seinen Wünschen. Beschenkt mich, den fremden, und ahnt es nicht einmal.

Ahnt nichts davon, wie sehr ich mir wünschen kann, einmal für jemanden „ein Dominik“ zu sein. 

   
 

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